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Eine Insel namens Udo von Markus Sehr

“No man is an island” – oder vielleicht doch?

Udo ist unsichtbar! Die Menschen bemerken ihn nur, wenn er direkt jemanden anspricht und diese Tatsache nutzt Udo für sich: er kann ahnungslosen Leuten den Espresso vor der Nase wegtrinken oder dicken kleinen Mädchen das Kuchenstück klauen. Vor allem aber ist er in seinem Beruf als Kaufhausdetektiv äußerst erfolgreich und nutzt das Kaufhaus nach Ladenschluss als ein Zuhause, in welchem er Rollschuh fahren, sich bei den Lebensmitteln bedienen oder in Zelten schlafen kann. Eines Tages trifft er auf Jasmin, die erste Person, die ihn sehen kann. Die Liebe macht Udo sichtbar für alle und stellt ihn vor die Aufgabe, seine Einsamkeit in Anpassung zu verwandeln....

Diese Komödie startet mit einer kurzen schwarz-weiß Dokumentation über das Phänomen der Unsichtbaren: diese Menschen sind Außenseiter und werden in der Gesellschaft nicht beachtet. Der Grundgedanke, der durchaus einen wahren Kern vertritt, wird unterhaltsam umgesetzt durch die Geschichte von Udo (Kurt Krömer), dem drolligsten und herzallerliebsten Außenseiter aller Zeiten. Jasmin, die Dame seines Herzens, wird durch die wunderbare Fritzi Haberlandt verkörpert, die mit einer authentischen Darstellung ihrer extrovertierten und herrlich entscheidungsunfähigen Figur überzeugen kann. Auch die Nebencharaktere fügen sich prima in das Gesamtkonzept: da wäre der finnische Kaufhausangestellte Sallinen, der einfach kein Glück mit Frauen hat, oder die transsexuelle Amanda, die immer mit Rat und Tat zur Seite steht. Zwischen diesen leicht schrulligen Charakteren entstehen immer wieder Situationen, die durch skurrilen Wortwitz dem Zuschauer Lachtränen in die Augen treiben. Ok, der Gag mit Udos Hemd, welches exakt das Tapetenmuster wiedergibt, ist nicht neu (z.B. bekannt durch Garden State), aber trotzdem noch originell. Ansonsten ist es schon urkomisch, wenn Udo als Unsichtbarer grundsätzlich auf Gruppenfotos verdeckt wird, nackt durch das Kaufhaus oder im Skianzug durch die Stadt läuft und einfach immer wieder beweist, dass er komplett aus den gesellschaftlichen Normen herausfällt.

Leider werden die komischen Situationen manchmal zu sehr auf die Spitze getrieben und hin und wieder rutscht die Komik leicht ins Übertriebe, wie wir es von deutschen Komödien allgemein gewohnt sind. Klischees werden jedoch meist ausgeglichen mit spaßiger Unkonventionalität, so wird z.B. die Dramatik des finalen Kusses vereitelt und Gefühlsausbrüche werden mit tragikomischen Untertönen abgeschmeckt.

Alles in allem eine zwar vorhersehbare, aber dennoch lockere und amüsante Komödie! Witzig, putzig und vor allem kauzig!

 

Wertung: 1,7

7.6.11 17:54

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