Letztes Feedback

Meta





 

Wasser für die Elefanten von Francis Lawrence

Ein Zirkus zwischen Schein und Sein und eine Elefantendame, die versteckte Gefühle enthüllt.

Jacob steht kurz davor, seinen Abschluss in der Tiermedizin zu machen, als ihn der tragische Tod seiner Eltern vollkommen desillusioniert zurücklässt und ihn dazu bringt, sein bisheriges Leben aufzugeben. Er schließt sich einem Wanderzirkus an und kann es Dank seiner wertvollen Kenntnisse über Tiere schaffen, ein vollwertiges Mitglied der Zirkustruppe zu werden und sich die Gunst des Zirkusdirektors August zu sichern. Vom ersten Augenblick an ist Jacob fasziniert von Augusts Gemahlin Marlena, die als Dressurreiterin die Attraktion des Zirkusprogramms darstellt und für August scheinbar wie ein wertvoller Schatz behandelt wird. Auch bei der Elefantendame Rosie findet Jacob Geborgenheit und pflegt das schlaue Tier mit sensibler Hand. Bald darauf wird Augusts aggressive und sadistische Art deutlich, die er im Umgang mit Rosie und auch mit seinen Angestellten und Marlena an den Tag legt. Für Jacob und Marlena, die sich ineinander verliebt haben, bedeutet August bald eine unberechenbare Gefahr...

Mit diesem Film taucht man in eine romantische Zirkuswelt ab, die mit atmosphärischer Artistik, Akrobatik und Illusionen die Herzen der Zuschauer für sich gewinnt. Der perfekte Schein wird getragen von wunderbaren Bildern dieser magischen Welt und einer ästhetisch-schönen Reese Witherspoon, die als Marlena so engelsgleich die Zirkusprinzessin verkörpert, dass man denken könnte, sie wäre in diese Umgebung hineingeboren. Im Kontrast dazu wird die Schattenseite der harmonischen Zirkuswelt dargestellt von Christoph Waltz als herrischer August, der den Spagat zwischen oberflächlicher Freundlichkeit und unterschwelliger Grausamkeit perfekt meistert. Ok, die Rolle erinnert an seine Darbietung als Offizier Landa in Inglourious Basterds, dennoch überzeugt sie ein zweites Mal, da niemand sonst so teuflisch gut ein menschliches Monster verkörpern kann! Als symbolisches Instrument für seine sadistische Ader dient die spitze Eisenstange, mit der er der Elefantendame Rosie schwere Verletzungen zufügt, was den Zuschauern Entsetzen einflößen dürfte. Robert Pattinson überrascht als Jacob durch eine gute schauspielerische Leistung, mit der er beweist, dass er aus seinem Twilight-Schönling-Image herausbrechen kann. Besonders gut gelingt ihm die aufwallende Wut und Tatkraft, wenn er gegen August vorgehen will. Die Figur des Jacob wird durch die Rahmenhandlung besonders rund, die einen gealterten Jacob (Hal Holbrook) zeigt, der sich an alte Zeiten erinnert und wahnsinnig echt weinen kann.

Die Schauspieler fügen sich allesamt überzeugend in die Handlung und das Setting ein und der Zuschauer wird eingeladen, sich 2 Stunden lang in ihre Welt fallen zu lassen. Manchmal wird lediglich die Kitschgrenze ein wenig strapaziert, wenn die Romanze von Jacob und Marlena zu schwelgend daherkommt und die Dramatik der klassischen Dreiecksgeschichte Jacob-Marlena-August überzubrodeln droht.

Insgesamt sehen wir hier ein märchenhaftes Zirkusbild, dass auch hinter die Kulissen blicken lässt und Fragen aufwirft, ob die Illusionen unserer Welt  nicht oftmals durch eine erschreckend gnadenlose Macht angetrieben werden.

 

Wertung: 1,7

20.5.11 13:05

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen