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The King’s Speech von Tom Hooper

Ein stotternder König und sein wortgewandter Sprachtherapeut…

Prinz Albert, Sohn des britischen Königs George V., fehlen die Worte – vor allem, wenn er in der Öffentlichkeit Reden halten muss. Verschiedene angesehene Fachmänner haben bereits versucht, das Stottern in den Griff zu bekommen, jedoch ohne Erfolg. Der entmutigte Prinz kann schon nicht mehr an eine Heilung glauben, als seine fürsorgliche Frau Elizabeth ihm den Vorschlag macht, den eigenwilligen Sprachtherapeuten Lionel Logue aufzusuchen. Zunächst empfindet Prinz Albert -  auch liebevoll von seiner Familie „Bertie“ genannt - die Methoden Lionels als sehr befremdlich und sträubt sich gegen seine Vorschriften. Als erste Erfolge hörbar werden, kann er jedoch nicht anders, als dem unkonventionellen Mann zu vertrauen und als Bertie schließlich König wird, kann er Lionel als Therapeuten und Freund nicht mehr entbehren. Seine erste Rede nach Kriegsbeginn, gleichzeitig seine erste Bewährungsprobe, steht unmittelbar bevor.

Das Dilemma des Mannes wird offenkundig dargestellt: wie kann man König sein mit einer so gravierenden Sprachstörung? Bertie wirkt verunsichert, als ob er einfach nicht dafür geschaffen ist, als Person der Öffentlichkeit England zu führen… und doch kann man mit Sicherheit ab Mitte des Filmes sagen: eine so starke Persönlichkeit hat definitiv das Zeug dazu, König zu werden. Nicht zuletzt durch Colin Firths Darbietung des zugleich schwachen und starken Königs gelingt dieser Eindruck. Sein Handicap lastet wie ein großer Schatten  auf seiner Seele und als Zuschauer wird man Zeuge, wie er kämpft und es schließlich schafft, seine Angst und seinen Zorn zu besiegen. Wenn er mal wieder vor das Mikrofon tritt, hält man den Atem an, bis dann die ersten Worte zu hören sind. Geduldig muss man mit so einem Menschen sein, denn man kann großes von ihm erwarten… es dauert nur ein bisschen, bis er es zeigen kann. Genau das zeichnet „The King’s Speech“ aus. Die Geduld, die Doktor Logue bei der Behandlung anwendet, muss auch der Zuschauer aufbringen. Zwischendurch darf herzlich gelacht werden, denn die Unaufgeregtheit des Filmes und die zusätzliche Vornehmheit des edlen Colin Firth, werden gewürzt mit trockenen Sprüchen. Lionel Logue, gespielt von Geoffrey Rush, sorgt für den nötigen Pepp, indem er Bertie kompromisslos von seinem hohen Ross herunter holt. Irgendwann hat er ihn soweit, dass der vornehme Mann in Lionels Behandlungszimmer herumläuft und in seinen Stotterpausen üble Beschimpfungen ausruft, seine Worte singend fehlerfrei ausspricht, oder sich auf dem Boden herumwälzt, um ein nie gekanntes Gefühl des Locker-Werdens hervorzurufen. Es macht Spaß, den beiden zuzusehen, da nicht die ganze Zeit alles auf Erfolgskurs steht, sondern die einen oder anderen verletzenden Worte fallen, welche die hart erarbeitete Beziehung zerstören. Hier braucht man viel Einfühlungsvermögen und Sensibilität – auch als Zuschauer!

 

Der Film ist wunderbar besetzt bis in die kleinsten Nebenrollen. Geoffrey Rush ist in seiner lebensbejahenden Art genauso gut, wie in den ruhigen Momenten, wenn er erkennt dass er bei Bertie hin und wieder auf Granit beißt. Sein Blick, wenn der König in beleidigt, ist tief traurig und bewegend! Timothy Spall ist als Churchill der heimliche Superstar des Films und auch Helena Bonham Carter glänzt als Elizabeth, die trotz aller Schwierigkeiten, zu ihrem Mann steht.

Zwar packt der Film einen nicht so sehr, da er dafür einfach zu langsam und ruhig ist, aber dennoch sehen wir hier eine interessante Charakterstudie und eine schöne Geschichte über die Entstehung einer wahren Männerfreundschaft, die von den erstklassigen Schauspielern getragen wird.

 

Wertung: 1,3

26.2.11 12:05

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


D-R (26.2.11 13:34)
Voll und ganz einverstanden - Schauspielerkino vom Feinsten mit einer vorhersehbaren Geschichte, die aber kurzweilig erzählt wird. Colin Firth bekommt bestimmt den Oscar, den er sich schon für "A Single Man" besonders verdient hatte.


Mr. Pink / Website (6.3.11 16:55)
Mir fehlen die Adjektive "langweilig", "stereotypisch", "unkreativ", "schon 100.000 Mal gesehen" (okay...das ist kein Adjektiv), "unzeitgemäß" und "zum kotzen". Ansonsten stimme ich Dir zu :D Mir wird immernoch schlecht, wenn ich daran denke, dass der Film so viele Oscars abgestaubt hat und dann auch noch als bester Film....was stimmt denn nicht mit der Academy?

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