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Tucker & Dale vs. Evil von Eli Craig

Oder: „und dann fingen diese Kids an, sich überall auf dem Grundstück umzubringen.“

Die beiden besten Freunde Tucker und Dale wollten einfach mal Männerurlaub in einer verfallenen Holzhütte im Wald machen. Zu dumm, dass eine Gruppe Jugendliche zur gleichen Zeit die Idee hat, in demselben Wald zu campen. Schon bald verdächtigt die Gruppe die beiden, ihre Freundin Ali entführt zu haben und sie bei nächster Gelegenheit kaltblütig ermorden zu wollen. Dabei wurde diese lediglich von Tucker und Dale gerettet. Eine Befreiungsaktion scheitert kläglich daran, dass mehrere Personen dabei umkommen. Die Vorurteile und der Hass wächst auf beiden Seiten immer mehr und schon bald heißt es: Dorftrottel vs. College-Kids!

Erstmal Daumen hoch für diese zugegebenermaßen echt schräge Idee! Am Anfang glaubt man, dass man einen typischen Teenie-Horrorfilm sehen wird, denn auf der einen Seite hat man die aus Stereotypen zusammengesetzte Gruppe amerikanischer Jugendlicher, auf der anderen Seite die typisch kriminell und unheimlich wirkenden Hinterwäldler und die perfekte Kulisse: ein Wald. Schließlich bekommt man auch das erwartete Gemetzel, allerdings etwas anders verpackt als sonst. Tucker und Dale sind zwei harmlose Typen, die Bier trinken und nicht allzu viel von Hygiene verstehen. Der etwas dümmliche Dale, der sich trotzdem alles Mögliche merken kann, gewinnt sofort sie Sympathien der Zuschauer, trotz seines unästhetischen Anblicks und Tucker kann mit seiner etwas rauen Art trotzdem niemandem gefährlich werden. Sie beide werden von den eingebildeten Jugendlichen sofort als Verbrecher abgestempelt und daraus ergibt sich der ganze Clou des Films. Es entsteht eine ganz eigenartige Version eines Horror/Splatterfilms, der auf totalem Bluff aufgebaut ist. Die Jugendlichen steigern sich in eine solche Panik, dass sie das Verhalten der beiden immer wieder völlig falsch interpretieren und zu Gegenattacken ausholen. Auf der anderen Seite ist es genauso. Dabei zieht der Film alle Aktionen ins Lächerliche und übertreibt das Ganze, indem es eine Menge Tote gibt. Die College-Kids sterben alle nacheinander durch ihre eigene Schuld oder dumme Versehen. Ok, soooo viel Blut hätte nicht sein müssen. Das Konzept hätte auch mit etwas weniger übelkeiterregenden Szenen funktioniert, dennoch fährt der Film damit eine konsequente Schiene und droht nie, ins Ernsthafte abzurutschen.

Völlig verrückte Szenarien tun sich auf, beispielsweise landet ein Typ im Holzschredder, oder ein anderer spießt sich im Laufen auf einen spitzen Ast auf. Hin und wieder ist das Ganze natürlich vorhersehbar und manchmal auch ein bisschen zu dumm aufbereitet. Die Therapiestunde zwischen den verfeindeten Gruppen hätte nun wirklich nicht sein müssen, oder die ekelerregenden Bienenstiche in Tuckers Gesicht sind auch etwas zu viel des Guten. Allerdings gibt es viel Wortwitz, was das Ganze wieder etwas auffängt.

Die Auflösung des Schlamassels, die auch wieder etwas vorhersehbar ist, macht dennoch richtig Laune, denn sie dreht alle konventionellen Vorstellungen ins Gegenteil. Der hässliche Dicke und die blonde Schönheit werden ein Paar und das Böse ist nicht bei den gruseligen Dorftrotteln zu suchen, sondern bei den hochnäsigen College-Kids. Jawohl, da wird man ganz schön eines Besseren belehrt!


Wertung: 2,7

1.2.11 16:51

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