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Morning Glory von Roger Michell

Eingeschlafenes Frühstücksfernsehen wird wiederbelebt!

Die zappelige Becky hat irgendwie kein Glück bei Männern und das könnte daran liegen, dass sie sich viel zu sehr für ihren Job aufopfert: jeden Morgen steht sie putzmunter im Studio und managed das Morgenprogramm. Trotz ihres großen Engagements erhält sie einen Schlag ins Gesicht und wird gefeuert. Nach einigen erfolglosen Bewerbungen, wird sie bei „Daybreak“ eingestellt, ein Morgenprogramm, das schon lange keiner mehr sehen will. Becky ergreift nun ihre große Chance, um den lahmen Sender auf Trab zu bringen und damit zu zeigen, was sie kann. Sie engagiert den legendären Mike Pomeroy... nur leider will dieser gar nichts von so unbedeutenden kleinen Sendungen wissen, die in seinen Augen nichts als unnützes Zeug zum besten geben. Mit viel Esprit, Einfallsreichtum und Kampfgeist versucht Becky nun, ihr neu zusammengestelltes Team zu Höchstleistungen anzutreiben und sie probiert es nebenbei auch noch einmal mit der Liebe.

Die Story bietet eine Grundlage für eine lockere Komödie und gute Unterhaltung. Darüber hinaus ist nichts besonderes mehr an der Grundstruktur zu finden, jedoch, was diesen Film besonders macht, sind die Schauspieler. Rachel McAdams ist grandios als übermotivierte, manchmal auch unsichere, jedoch trotzdem sensible Becky Fuller. Sie bietet einen perfekten Gegenpol zu dem mürrischen und wortkargen Mike Pomeroy, alias Harrison Ford, der hier erneut beweist, dass er diese Art von Rolle einfach drauf hat. Hinzu kommt noch die aufgetakelte, manchmal zickig-aufgesetzte Colleen Peck, gespielt von Diane Keaton und der verständnisvolle Lover Adam (Patrick Wilson). Alle zusammen ergeben eine bunte, spaßige Mischung, die dem Film den nötigen Pfeffer gibt.

Man schaut ihnen allen gerne dabei zu, wenn unterschiedliche Meinungen, gegensätzliche Motivationen und Verhaltensweisen aufeinanderprallen. Jedoch wird das ganze im Mittelteil des Films etwas zu lang gezogen. Es gibt zu viele Szenen im Studio, die manchmal auch durch einen aufkeimenden Übereifer im Drehbuch ein bisschen aus der Bahn fallen, z.B. wenn sich die Moderatorin Colleen auf peinliche Aktionen einlässt, nur um die Einschaltquoten in die Höhe zu treiben. Insgesamt ist es aber auf jeden Fall positiv anzumerken, dass die LoveStory hier nicht ausgewalzt wird, sondern schön im Hintergrund verläuft, so dass man nicht das Gefühl hat, man sieht gerade wieder eine typische Liebeskomödie.

Ansonsten geht einem jedes Mal das Herz auf, wenn Becky sich über einen neu errungenen Sieg freut und ihre Augen anfangen zu strahlen. Bitte mehr von diesen sympathischen Hauptrollen!


Wertung: 2,3

4.1.11 13:03, kommentieren

Last Night von Massy Tadjedin

Eine Nacht, vier Menschen und das Dilemma des Fremdgehens.

Joanna und Michael Reed sind ein nettes, junges Ehepaar. Auf einer Party bei Freunden bemerkt Joanna, dass sich Michael scheinbar für seine attraktive Kollegin Laura näher interessiert. Etwas beunruhigt lässt sie ihn am nächsten Tag mit Laura auf eine Geschäftsreise gehen und bleibt selbst zu hause, um Artikel zu schreiben. Zufällig begegnet sie ihrer alten Flamme Alex und verabredet sich mit ihm. Sie gehen in eine Bar, essen mit Freunden von Alex, gehen auf eine Party und landen schließlich in einem Hotelzimmer. Währenddessen hat Michael große Mühe, sich der Verführung durch Laura zu widersetzen.... sein schwacher Widerstand wird letztendlich gebrochen.

Worum geht es in diesem Film überhaupt? Wird uns ein Portrait eines Ehepaares gezeigt, die sich eigentlich lieben, jedoch nicht genau wissen, was sie wollen? Oder geht es einfach um zwischenmenschliche Kommunikation, die auf der Strecke bleibt und dadurch die Beteiligten auf Abwege führt? Vielleicht soll uns aber auch vermittelt werden, dass es nur menschlich ist, auch andere Personen zu lieben und man sich dieser Tatsache im Grunde nicht entziehen kann. Keine Ahnung! Jedenfalls beginnt der Film vielversprechend mit einer Situation, die nachvollziehbar dargestellt ist: Unsicherheit in Bezug auf den Partner, der sich einer Anderen zuwendet... negative Gedanken und aufkeimende Eifersucht liegen in der Luft. Jedoch wird dieser Faden nicht weitergeführt, sondern er reißt ab durch stumpfe Klischees im ewigen „Umeinander-Herumkriechen der Liebenden“. Dumme Sprüche voller Andeutungen und Klischeesituationen, die zwangläufig zum Seitensprung führen sollen, häufen sich immer mehr an und machen den Film ab der zweiten Hälfte fast unerträglich platt. Man weiss, worauf das Alles hinauslaufen wird und das ewige Getue der verliebt-vernebelten Personen, die sich hier und da selber mal mit ihren eigenen Prinzipien strangulieren, nervt irgendwann einfach nur noch. Das allerschlimmste ist jedoch das Ende, denn der Film hört genau an der Stelle auf, die man die ganze Zeit über herbeigesehnt hat: die Konfrontation von Michael und Joanna nach dieser heiklen Nacht. Wie werden sie mit dem Geschehenen umgehen? Werden sie überhaupt drüber reden, oder ihr weiteres Leben auf einer Lüge aufbauen? Die Taktik, die Lösung einfach dem Zuschauer zu überlassen, funktioniert an dieser Stelle nicht, da alles nur an der Oberfläche schwebt und man viel zu wenig Motivation bekommt, die Situation für sich selbst zu beurteilen.

Die Schauspieler zerbrechen buchstäblich an dem Drehbuch, jedoch wirken sie alle auf ihre Art und zusammen sehr gut auf der großen Leinwand. Die schöne Keira Knightley und der charmante Guillaume Canet würden wirklich ein gutes Päärchen abgeben. Darüber hinaus macht man sich aber keine größeren Gedanken mehr.

 

Wertung: 4.0

1 Kommentar 21.12.10 00:13, kommentieren

The Tourist von Florian Henckel von Donnersmarck

Eine mysteriöse Frau trifft einen ahnungslosen Touristen und zieht ihn mit in eine heikle Angelegenheit – der Beginn eines komplexen Plans...

Elise war die Geliebte von dem Betrüger Alexander Pearce, der mittlerweile in 14 Staaten gesucht wird und auf der Flucht ist. Sie sucht im Zug nach Venedig gezielt einen Mann aus, der ihm ähnlich sieht, im vollen Bewusstsein darüber, dass sie rund um die Uhr bewacht wird. Hinter der Beschattungsaktion steht der ambitionierte Inspektor Acheson, der Pearce endlich fassen will. Elise und der auserwählte, Frank, nehmen sich in Venedig ein Hotelzimmer  - immer noch bewacht von diversen Agenten und einer Gangsterbande, der Pearce noch einen Haufen Geld schuldet. Bald darauf beginnt man, Frank zu jagen, da man ihn für den berüchtigten Alexander hält. Jedoch weiss Acheson es besser, denn er durchschaut Elises Täuschungsmanöver und konzentriert sich auf sie....schließlich muss sich der echte Pearce ja irgendwann einmal zeigen.

Die Besetzung dieses Filmes ist erstklassig! Anfangen bei Timothy Dalton, über Paul Bettany, bis hin zu Johnny Depp und Angelina Jolie – alle liefern eine gute Vorstellung bei diesem Katz-und-Maus-Spiel quer durch Venedig. Die Bilder sind unglaublich schön und man wird fast von dem Glanz Angelina Jolies geblendet, die dadurch sogar Johnny Depp in den Schatten stellt (und wer hätte gedacht, dass ich so was mal über Johnny sagen würde). Sie schreitet wie eine Königin dahin und sprengt mit ihrer Ausstrahlung und Eleganz buchstäblich die Leinwand. Allein wegen des optischen Genusses lohnt sich ‚The Tourist’ schon! Die Figur der Elise ist zudem noch die interessanteste des Films, da man sie nicht gleich durchschauen kann.

Nun zu der Story: anfangs wiegt sich der Zuschauer in dem Glauben, alles zu begreifen, was jedoch natürlich nicht so ist... wäre ja auch langweilig gewesen. Es gibt ein paar nette Twists und Überraschungen, jedoch hebt sich das Gesamtkonzept nicht vom herkömmlichen Popcornkino ab. Die Actionszenen sind eher mäßig interessant und führen nicht gerade dazu, dass man um die beiden Helden fürchten muss. Trotz einiger typischen Schusseligkeiten seitens Johnny, die für ein paar Lacher sorgen, boxen sich die beiden so souverän und galant durch die Reihen der Gegner, dass man sich getrost zurücklehnen und den Dingen, die da kommen, geduldig entgegen sehen kann. Ansonsten herrscht (den ganzen Film über) eine seltsam perfekte Atmosphäre: alles wirkt genaustens durchgeplant, was zu einer gewissen Verwirrung führt, und man sich evtl. auch die Frage stellen könnte, ob so viel Perfektion nicht zu langweilig ist?!

Man darf sich auf jeden Fall auf kurzweilige, wenn auch etwas platte, Unterhaltung und auf wunderschöne Menschen freuen!

 

 

Wertung: 2,3

1 Kommentar 17.12.10 19:57, kommentieren

Skyline von Colin und Greg Strause

Aliens bedrohen die Welt – mal wieder!

Eine Gruppe von Freunden wird mitten in der Nacht von einem mysteriösen, blauen Licht geweckt... dies kommt von alienartigen Maschinenwesen, die auf der Erde gelandet sind, um alle Menschen einzusaugen und ihre Gehirne als Energiespeicher zu verwenden. Zunächst wird ein Typ aus der Gruppe vom blauen Licht angezogen, es bilden sich schwarze Adern auf seiner Haut und zack – weg ist er... eingesogen in ein Alienmonster! Danach erwischt es Einen nach dem Anderen und zwischendurch versucht man entweder, sich zu verbarrikadieren, oder die Flucht zu ergreifen... nichts davon klappt.

Zu Beginn wird noch der schwache Versuch unternommen, die Charaktere im Einzelnen genauer vorzustellen, was eigentlich sinnlos ist, da sie Einem eh nicht richtig sympathisch werden und mit dem Eintreffen der Aliens eh alles weitere egal wird. Hier geht es nur noch ums nackte Überleben und ziemlich schnell wird klar, dass es kein Entkommen geben kann. Die Aktionen der Personen sind nach einer Zeit nur noch nervig und hinzu kommt, dass sie sich alle mal wieder vollkommen abwegig verhalten. In so einer Situation kann man eigentlich nur noch schreien und durchdrehen, aber was tun sie? – die Eine will nicht, dass in ihrer Gegenwart geraucht wird, da dies ja ihr ungeborenes Baby gefährden könnte und die Andere regt sich über ihren treulosen Freund auf. Als ob man nichts besseres zu tun hätte in so einer heiklen Situation. Die Dialoge gehen gar nicht! Stupide Bemerkungen, die rein gar nichts Produktives beitragen, oder einfach nur so platt sind, so dass man sich ununterbrochen gegen die Stirn schlagen muss. Der Versuch, das Liebespaar als heroische, mutige Kämpfer darzustellen, scheitert kläglich und daran macht der dramatische Soundtrack auch nichts besser – eher im Gegenteil wird das Ganze höchstens noch ins Lächerliche gezogen. Mal abgesehen davon, dass der Film sich jeglicher Logik entzieht, werden noch nicht mal Einzelheiten vernünftig geklärt und sowieso bleibt eine plausible Lösung am Ende komplett aus.

Den absoluten Abschuss bilden die letzten paar Minuten des Filmes, in welchen das Innere eines Alienwesens gezeigt wird, in dem das Liebespaar sich mittlerweile befindet. Also bitte, der heldenhafte Mann will sogar hier noch versuchen, seine Angebetete zu retten, weil er ja nie aufgeben und sowieso evtl. am Ende der Retter der Menschheit sein wird. Sehen wir das dann in Teil 2?... nein, danke!

Insgesamt gibt es hin und wieder ein paar spannende Szenen und Schockmomente, jedoch wird alles von einer nervigen und ärgerlichen Grundstimmung überschattet. Hier sollte man sich das Geld für die Kinokarte besser sparen!

 

Wertung: 6,0

 

1 Kommentar 14.12.10 00:39, kommentieren

Tamara Drewe von Stephen Frears

Das einst hässliche Entlein kehrt als Schönheit zurück und verdreht den Männern vom Lande ordentlich den Kopf...

Tamara Drewe hatte eine erschreckend große Nase und war verliebt in den bodenständigen Andy, doch jetzt ist sie schön operiert und hat mittlerweile Karriere als Journalistin gemacht. Als sie in ihr altes Landhaus zurückkehrt, recken die alten Nachbarn gehörig die Köpfe... Beth führt eine kleine Pension für Schriftsteller, die sich eine ruhige Entspannungszeit gönnen wollen; unter ihnen Glen, der mit einer Schreibblockade kämpft.  Beths Mann Nicholas interessiert sich nur für seine eigene Karriere als Schriftsteller und für schöne, junge Frauen. Dann wäre da noch besagter Andy, der eine Affäre mit der Kellnerin aus dem Dorf-Pub hat und den das Erscheinen Tamaras nicht so kalt lässt, wie er zunächst dachte. Ach ja, und dann wären dann noch zwei Teenager, die besessen sind von dem bekannten Rockstar-Drummer Ben und die einfach alles tun würden, um der alltäglichen Langeweile zu entgehen... sogar Eier über eine Mauer direkt auf die Vorderscheibe der ahnungslosen Autofahrer klatschen lassen, oder ihrem Liebling Ben hinterher spionieren. Als Tamara eine Beziehung mit Ben beginnt, ist das Getratsche groß und die Eifersucht der Teenager nicht zu überbieten - und so ersinnen sie einen Plan, der für reichlich Verwirrung sorgt.

Selten wurde die englische Landidylle so wunderbar schrullig und liebenswert dargestellt. Die einzelnen Geschichte fügen sich wunderbar in die Kulisse ein und es werden auch einige herrliche Gegensätze provoziert. Der „obercoole“ Ben beispielsweise passt natürlich gar nicht in die ländliche Umgebung und an seiner Fassade aus kindlicher Selbstverliebtheit und Arroganz wird hin und wieder kräftig gerüttelt. Die Nebenhandlungen über die herzensgute Beth, die ihrem untreuen Ehemann immer wieder verzeiht, oder die Geschichte über die beiden Teenager, die sich kaum zügeln können, sobald Ben auf der Bildfläche erscheint, sind fast noch interessanter und amüsanter, als die Geschichte der Hauptfigur Tamara. Sie bleibt als Charakter merkwürdig blass, während man dem unsympathischen Nicholas die Pest an den Hals wünscht, oder dem tatenlosen Glen einfach mal einen Schubs geben will, damit er Beth seine Liebe gesteht.

Man kann immer wieder lachen und grinsen über die leicht skurrilen Momente, die durch verrückte Menschen und absurde Ereignisse herbeigeführt werden, jedoch ist die allgemeine Vorhersehbarkeit irgendwann so deutlich, dass man die Personen fast für blöd hält, dass sie nicht schneller agieren und am Ende alles gut werden kann. Die Tatsache, dass Andy und Tamara sich schließlich finden, ist kein Geheimnis und es ist Einem auch irgendwie egal. Trotzdem kann man sich einfach zurücklehnen und ein paar lustige Momente genießen!

Netter Film, der mit englischem Charme daherkommt, jedoch den Fokus nicht auf die eigentliche Hauptfigur setzt und zu vorhersehbar ist.

 

Wertung: 2.0

1 Kommentar 14.12.10 00:31, kommentieren

22 Bullets von Richard Berry

Ein niedergestreckter Actionheld, der wieder aufsteht und seinen Rachefeldzug beginnt...

Der ehemalige Mafiagangster Charly Mattei wird von der Bande seines Jugendfreundes und ehemaligen Geschäftspartners Zacchia in einer Tiefgarage brutal niedergeschossen. 22 Kugeln werden aus seinem Körper entfernt und wie durch ein Wunder überlebt Matthei. Seitdem ist er auf der Hut, denn er weiss, dass die Killer ihr Werk vollenden wollen, jedoch hat er zu Beginn keinen Verdacht gegenüber Zacchia. Erst als sein Freund Karim ebenfalls von der Bande umgebracht wird, schlägt Mattei zurück. Doch auch die Gegenseite setzt zu einem erneuten Schlag an und entführt schließlich Matteis kleinen Sohn, für dessen Rettung er alles tun würde.

Wir haben es hier mit einem klassischen Katz-und-Maus- Rachespiel zu tun, welches von den tollen Schauspielern, viel Spannung und reichlich Blutvergießen getragen wird. Da Mattei, wohl überlegt, Einen nach dem Anderen der Gangster umbringen will - und dies ohne Kompromisse - wird er zu einem richtigen Racheengel, der von seiner Vergangenheit eingeholt wird und nun alles dransetzt, um in ein ruhiges Leben mit seiner Familie zurückzukehren. Dass man dabei trotzdem den stillen Helden erkennt, der eigentlich gar keinen Blutrausch will, ist Jean Renos toller Leistung zu verdanken. Auch sein Gegenspieler wird äußerst gut von Kad Merad verkörpert, denn Zacchia ist ein sehr spezieller und origineller „Bösewicht“, der durch seine ewigen Wehwehchen und sein peinlich klinisches Haus, neben seiner Bösartigkeit auch eine komische Seite hat. Die Nebencharaktere sind zwar auch gut besetzt, jedoch wird man nicht richtig warm mit ihnen. Der Versuch, den familiären Hintergrund Matteis zu integrieren, um seine menschliche Seite zu beleuchten, scheitert ein wenig daran, dass die einzelnen Personen nur oberflächlich eingeführt werden und dadurch dem Zuschauer fremd bleiben. Auch die Hintergründe, wie es zu der Entzweiung Matteis und Zacchias gekommen ist, bleiben im Dunkeln, aber auf diese Details zielt der Film keineswegs ab. Unlogische Dinge, wie z.B. die Tatsache, dass man nach schweren Schussverletzungen nicht fähig sein kann, einen Motorradcrash ohne einen Kratzer zu überleben, sollte man hier ebenso großzügig übersehen. Die beiden Hauptdarsteller werden ins Rampenlicht gerückt und es stellt sich die Frage, wer wen besiegen wird und vor allem: wer ist der moralische Sieger? Ganz klar soll Mattei derjenige sein, der für das „Richtige“ mordet und einen guten Grund für sein Handeln hervorbringen kann, jedoch wird diese Heroisierung am Ende gebrochen, wenn Zacchia ihn daran erinnert, dass genauso Blut an Matteis Händen klebt. Interessanterweise unterscheidet man als Zuschauer automatisch zwischen einem moralischen und einem unmoralischen Killer... dennoch bleibt es zu bedenken, ob sie am Ende nicht beide gleich sind?!

Action, teilweise vermischt mit Tiefgang und tollen Darstellern – wenn man es erträgt, viel Blut zu sehen und dabei noch über einige typisch-unlogische Actionpatzer hinweg sehen kann, dann kann man auf einen guten Film gespannt sein, der nicht sinnloses Geballer in den Fordergrund stellt, sondern die Aufmerksamkeit des Zuschauers voll und ganz fordert und definitiv auch das Thema von menschlichen Werten aufgreift .

 

Wertung: 2,0

1 Kommentar 23.11.10 13:21, kommentieren

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 1 von David Yates

Die letzte Reise von Harry, Ron und Hermine führt die drei nicht nur an verschiedenste, gefährliche Orte, sondern auch an ihre eigenen Grenzen...

Dies ist die letzte große Aufgabe der drei Helden, deren Schicksal wir nun über eine lange Zeit verfolgt haben: Horkruxe finden und zerstören, um endlich den dunklen Lord besiegen zu können. Zu Beginn wird Harry von den Mitgliedern des Phönixordens vom Ligusterweg Nummer 4 weggebracht, jedoch werden sie auf ihrem Weg zum Fuchsbau angegriffen, was erkennen lässt, dass die Gefahr überall lauert und die drei Freunde im Grunde nirgendwo mehr sicher sein können. Die Hochzeitsfeier von Bill und Fleur wird durch einen weiteren Angriff gestört und die drei fliehen von dort aus direkt in ihre Mission. Mithilfe von Hermines genialen Einfällen, reisen sie von Ort zu Ort, alle wichtigen Utensilien in einer kleinen Handtasche bei sich tragend. In einer riskanten Aktion im Zaubereiministerium stehlen sie das Horkrux-Medaillon, welches die Freunde auf ihrer weiteren Reise, durch seine schwarze Magie, kurzzeitig voneinander trennt, jedoch mit wiedervereinten Kräften zerstört werden kann. In Godric’s Hollow finden sie schließlich nicht nur einige Antworten und das Grab von Harrys Eltern, sondern sie werden zudem von der getarnten Schlange Nagini angegriffen. Die Heiligtümer des Todes kommen erst so richtig ins Spiel, als sie von Lunas Vater vom Ursprung der drei magischen Gegenstände erfahren und auch hier kommt es wieder zu einem Angriff durch Todesser, dem die Freunde erneut entgehen können. Allerdings können sie einem Überfall durch herumstreifende Greifer nicht standhalten und werden direkt zum Haus der Malfoys gebracht, wo nur der kleine Hauself Dobby ihnen zur Hilfe kommen kann und dabei sein Leben verliert. Derweil erlangt der dunkle Lord immer mehr Macht....

Wahrscheinlich sind nun alle Nicht-Harry-Potter-Kenner vollkommen verwirrt. Zurecht, denn der Inhalt erschließt sich nur den Fans, welche auch die anderen Teile 1-6 gesehen oder gelesen haben. Zu dem Film ist auf jeden Fall zu sagen: ein würdiger erster Teil des letzten Teils! Die Handlung orientiert sich stark am Buch und nimmt sich sogar Zeit, die in den anderen Teilen oft vermisst wurde. Einzelheiten und wichtige Details kommen nicht zu kurz, sondern werden mit der nötigen Ruhe und nachvollziehbar dargestellt, so dass der Film nicht wirkt, wie eine schnelle Abspulung von Ereignissen. Der Fokus liegt u.a. auf den persönlichen Schicksalen der Helden, die eine schwere Bürde tragen und alles zurücklassen mussten, was ihnen lieb ist. So verrät uns z.B. schon der tolle Anfang des Filmes, dass Hermine schweren Herzens ihre Eltern verzaubert, um sie zu schützen und diese Entscheidung zwar notwendig, jedoch auch unvorstellbar schwer für sie zu ertragen ist. So wirken die Charaktere viel erwachsener und greifbarer, als je zuvor.

Die actionreichen Szenen sind abwechslungs- und einfallsreich umgesetzt, z.B. vermittelt die Szene in Godric’s Hollow zu Beginn die weihnachtlich, heimelige Atmosphäre, die Harry zurecht an ein zu Hause denken lässt, dass er nie hatte und entwickelt sich dann unheimlich- mystisch mit dem Erscheinen der gruseligen alten Frau weiter, bis hin zu ihrem Höhepunkt in einem spannenden Kampf zwischen Harry und der Schlange Nagini. Auch die Szene, in der Ron die Aufgabe zufällt, das Medaillon mit dem Schwert von Gryffindor zu zerstören, ist beim Ausbrechen der schwarzen Magie bombastisch aufgeladen, jedoch passt diese Interpretation sehr gut zu der Aussage, dass das Böse mit Lügen versucht, die Guten für sich zu gewinnen. Allerdings hätte ich mir die Szene in dem Malfoy-Haus noch etwas ausgeprägter gewünscht. Die bedrohliche Atmosphäre des Buches wird hier nicht vollends ausgeschöpft und so kann man sich auch von der Folterung Hermines und des sich anschließenden Kampfes nicht ganz mitziehen lassen. Dennoch ermöglicht die konstant düstere Stimmung und die grandiose Inszenierung der wichtigsten Charaktere ein Fallenlassen – hinein in die Welt der Zauberer und in den erbitterten Kampf von Gut gegen Böse.

Die Schauspieler überzeugen mit ihren Leistungen, lediglich Daniel Radcliffe enttäuscht ein wenig, da er nicht vollends überzeugend tiefe Trauer vermitteln kann. Trotzdem ist und bleibt er der einzig wahre Harry Potter! Wenn der zweite Teil dieses spannenden Finales mit diesem Ersten mithalten kann, dann dürfen wird uns auf ein grandioses Ende einer Ära freuen!


Wertung: 1,3

2 Kommentare 19.11.10 00:05, kommentieren